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Der technische Fortschritt wandelt unsere Lebenswelt: In immer mehr Lebensbereiche hält die Technik Einzug. Das birgt Veränderungen und Chancen, aber auch Risiken. Im August hat die Bundesregierung den Achten Altersbericht mit dem Titel „Ältere Menschen und Digitalisierung“ veröffentlicht.

Insgesamt zeigt der Bericht an vielen Stellen den ambivalenten Charakter der Digitalisierung auf: Der Einsatz digitaler Technologien im Leben älterer Menschen geht mit gewollten und ungewollten Veränderungen einher. Digitalisierung bringt neue Möglichkeiten mit sich, das Leben im Alter zu gestalten und soziale Teilhabe und Autonomie zu verwirklichen, es sind aber auch Risiken, Herausforderungen und neue Ungleichheiten mit der Digitalisierung verbunden. Es komme laut Bericht nun deshalb darauf an, die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen für ältere Menschen sozial ausgewogen zu verwirklichen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren.

Essenziell: Beratung und Unterstützung vor Ort - nicht nur für Ältere!
Im Ergebnis des Berichtes stellt die Kommission fest, dass elementare Lebensbereiche wie Wohnen, Mobilität, Soziale Integration, Gesundheit, Pflege und Quartiersentwicklung vom digitalen Wandel betroffen sind und gerade auch für Ältere geeignete Unterstützung und Beratungsangebote vorhanden sein müssen, um die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe in diesen Bereichen zukunftsorientiert zu gewährleisten. Aus Sicht der Kommission werden die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem Megatrend Digitalisierung und dem Leben älterer Menschen bislang viel zu wenig thematisiert und beachtet. Die Gruppe der Älteren ist dabei heterogen aufgestellt; die Alterskommission spricht von „digitaler Spaltung“.

Digitale Kompetenz für alle
Ein nicht tolerierbarer Anteil älterer Menschen hat laut dem Bericht keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu digitalen Technologien. Dies betrifft vor allem Ältere mit einer niedrigen formalen Bildung, die in ihrem Leben wenig mit Technik in Berührung gekommen sind. Ältere Menschen mit hoher Bildung und gutem Einkommen nutzen sehr viel häufiger digitale Technologien und können daraus auch einen größeren Nutzen für sich ziehen. Neben Ungleichheiten infolge von Einkommens- und Bildungsunterschieden im Alter erschweren infrastrukturelle Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen sowie zwischen Bundesländern die Verbreitung und Nutzung digitaler Technologien.
Dabei fällt laut der Kommission auf, dass viele Fragen, die sich in diesem Themenfeld stellen, gar keine altersspezifischen Fragen sind. Sie betreffen nicht nur ältere Menschen, sondern Menschen aller Altersgruppen.  Auseinandersetzung mit dem Digitalen Wandel bezieht sich also hier auf das Thema Medien- und Informationskompetenz.

Daten- und Verbraucherschutz, bedienerfreundliche Endgeräte
Einen entscheidenden Anteil an einem souveränen Umgang mit digitalen Technologien ist nach Auffassung der Kommission, dass die Herausforderungen an den Daten- und den Verbraucherschutz, die sich mit der fortschreitenden Digitalisierung immer wieder neu stellen, bewältigt werden. Die Angst vor Datenmissbrauch und intransparente Verantwortlichkeiten seien gerade unter älteren Menschen mit die größten Hemmnisse für die Akzeptanz und Nutzung digitaler Technologien. Ein weiterer Aspekt sind bedienungsfreundliche und intuitiv und selbsterklärend zu bedienende Endgeräte.

Die Kommission befasst sich ausführlich mit der großen Bandbreite unterschiedlicher Lern-, Beratungs- und Assistenzformate, die ältere Menschen bei der Entwicklung ihrer digitalen Kompetenzen unterstützen. Es zeigt sich, dass diese Angebote zur Förderung digitaler Kompetenzen an Qualität(standards) gewinnen und für alle sowohl finanziell als auch örtlich erreichbar ausgebaut werden sollten.

BAGSO
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) setzt sich für den Ausbau digitaler Kompetenzen Älterer ein. Sie bezieht sich auf den Achten Altersbericht und fordert, dass digitale Technologien gut handhabbar, möglichst selbsterklärend und sicher und zudem für alle verfügbar und bezahlbar sein müssen. Nach Ansicht der BAGSO muss es ein Recht auf technische Unterstützung geben, wenn sie möglich und gewünscht ist. Gleichmaßen muss es ein Recht auf ein Leben ohne digitale Medien und autonome technische Systeme geben.

 Achter Altersbericht der Bundesregierung

 

 

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